„Ich habe noch keine Lust, nur im Bett zu liegen“ – Herbert, Patient Intensivpflege-Wohngemeinschaft

Eine kleine Unachtsamkeit, ein schwerer Sturz und dann eine Veränderung seines ganzen Lebens. Vor 5 Jahren diagnostizierten die Ärzte, nach einem Oberschenkelhalsbruch und einer doppelseitigen Lungenentzündung, COPD. Seit Mai 2018 lebt er nun in einer unseren Intensivpflege-Wohngemeinschaften in Wuppertal und wird 24 Stunden versorgt. 

Schwere Folgeschäden durch seine Atemnot

Der heute 65-Jährige erlebte das, was sich die wenigsten Menschen vorstellen können. Ein bloßer Sturz führte zu einer Lungenentzündung und diese wiederum zu immer längeren und häufigeren Krankenhausaufenthalten. Sein vertrautes Zuhause sah er immer seltener, stattdessen erinnert er sich noch gut an den besorgten Blick seines Arztes, in das er damals häufig blickte.
Die wiederkehrende Atemnot beeinflusste aber nicht nur den Alltag, sondern hinterließ auch weitere psychische und physische Folgeschäden. Regelmäßige und schlimmer werdende Panikattacken, chronische Herzprobleme und schweres Rückenleiden, bestimmen seit jeher Herberts Leben. 

24 Stunden Betreuung wurde notwendig

Letztendlich war es nur noch eine Frage der Zeit, bis aus einer Überlegung, die schon länger im Raum stand, eine feste Entscheidung des behandelnden Arztes wurde. Eine Entscheidung, die schwere Veränderungen für Herbert und auch für seine Frau hervorrufen sollte. 
Noch bis heute, kann sich Herbert an den Moment erinnern, als sein Arzt ihm eine endgültige Entscheidung mitteilte. Eine Entscheidung, die eigentlich schon lange als Überlegung im Raum stand und letztendlich nur noch eine Frage der Zeit wurde. Herbert sollte ab sofort eine Betreuung rund um die Uhr, also 24 Stunden um sich haben. 
Liebevoll versuchte seine Frau diese Betreuung zu übernehmen, doch musste schnell feststellen, dass auch sie dies nicht alleine bewältigen kann. Denn schon vor vielen Jahren verlor sie ihr Augenlicht und ist deswegen selbst stark beeinflusst in ihrem Alltag. Eine Doppelbelastung, die sie nicht tragen konnte, obwohl sie es aus Liebe zu ihrem Mann gerne getan hätte. 

Mit Tränen in den Augen verließ er sein zu Hause

Somit musste sich das Ehepaar dafür entschieden, fremde Hilfe durch einen ambulanten Pflegedienst in Anspruch zu nehmen. Doch die Versorgung und Pflege beschränkte sich auf zweimal tägliche zehn Minuten, wobei eben nur die gröbsten Aufgaben übernommen werden konnte. Nichtmal seine lebensnotwendige Sauerstoffversorgung wurde von dem Pflegedienst übernommen, dabei verschlimmerte seine Atemnot sich beinah täglich.
Mit Tränen in den Augen, entschied sich das Ehepaar letztendlich dafür, wenn Herbert sein vertrautes zu Hause verlässt und ein Zimmer in einer betreuten Intensivpflege-WG bezieht. Denn auch wenn dies das Beste für eine eventuelle Genesung hieß, bedeutete die Entscheidung auch eine räumliche Trennung von knapp 70 Kilometern zwischen den beiden. Im Mai dieses Jahres verließ der gebürtige Kölner deswegen seine Heimat und zog in eine unserer WG´s in Wuppertal. 

„Ich bin dankbar, dass ich hier so kurzfristig aufgenommen wurde und mir hier sehr vernünftig geholfen werden kann.“

Bei uns bekommt er nun die umfassende und fürsorgliche Pflege, die er sich immer gewünscht hat. Neben der Zubereitung des Essens und auch dem Zurechtschneiden von festeren Gerichten, übernehmen die Pflegekräfte in unserer WG auch das Waschen, Umziehen und natürlich die stetige Sauerstoffversorgung. Aber auch bei anderen Anliegen und Wünschen, die Herbert hat, ist immer jemand da, der ihn unterstützt. „Das ist wirklich ein Unterschied zu der WG hier. Hier habe ich wirklich alles gefunden, was ich bis dato vermisst habe und ich bin mit der Pflege sehr zufrieden.“ 

„In der Intensivpflege-Wohngemeinschaft bei VigeoCare ist immer jemand für mich da.“

Vor kurzem stand nun ein ganz besonderer Tag für Herbert und seine Frau an: der Hochzeitstag der beiden. Und diesen besonderen Tag, wollte er natürlich nicht alleine, sondern mit seiner Frau in ihrem trauten Heim verbringen. Deswegen sprach er bereits Monate vorher mit unseren Pflegekräften, sodass wir ein zusätzliches Team organisieren konnten, dass ihn nach Köln begleitete, um seine Frau zu überraschen. Bei einigen Freudentränen, Blumensträußen und Kaffee und Kuchen, konnten die beiden ihren Tag genießen, bevor dann Abends wieder der Abschied für Herbert anstand. „Hier wird wirklich immer bestmöglich auf individuelle Wünsche eingegangen.“
Aber auch mit den andern täglichen Angeboten und seiner Freiheit in der WG ist Herbert sehr zufrieden. So kann er die Sonnenstrahlen auf der weitläufigen Terrasse genießen, gemeinsam mit den Pflegekräften kochen, im gemütlichen Wohnzimmer lesen oder auch mit einer ehrenamtlichen Helferin Karten spielen. „Ich habe einfach noch keine Lust, den ganzen Tag im Zimmer zu liegen. Und so lange ich noch mit dem Rollstuhl fahren und an den Aktivitäten teilnehmen kann, bin ich sehr froh.“ 

Sein größter Wunsch

Auch wenn es ihm in der Intensivpflege-WG so gut gefällt, fühlt man sich dennoch zu Hause in seinen eigenen vier Wänden am wohlsten. Deswegen ist es Herberts größter Wunsch, schon bald wieder nach Hause zu ziehen. Doch bisher fehlen dafür ein Team aus Pflegekräften, die ihn rund um die Uhr betreuen können. „Zuhause ist es schließlich am schönsten, vor allem wenn ich bei meiner Frau sein kann. Aber bis das möglich ist, genieße ich hier meine Zeit.“

Nachtrag: bipG VOR ORT konnte seinen Wunsch erfüllen

Kurz nach Fertigstellung dieses Artikels, erhielten wir den freudigen Anruf, dass unsere Muttergesellschaft, die bipG VOR ORT, ein Team für Herbert zusammen stellen konnte. Daher konnte der Kölner nun sehr spontan Mitte Oktober wieder zurückziehen und lebt nun wieder mit seiner Frau und einem aufgeweckten Labrador in seinem Einfamilienhaus.
Auch das bipG VOR ORT Team hat ihn besucht und mit ihm über diese schnelle Veränderung gesprochen.