Und plötzlich war alles anders: Erste Schritte für pflegende Angehörige

Es kann jeden treffen und es passiert meist unerwartet. Es kann ein temporärer Zustand sein oder eine dauerhafte Erkrankung. Aus dem Nichts, bekommt ein Angehöriger einen Schlaganfall, stürzt, verletzt sich oder erkrankt und ist somit auf Pflege angewiesen. Die meisten Betroffenen wissen im ersten Moment nicht was zu tun ist. Soll man die Person zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung versorgen? Welche Leistungen stehen Betroffenen zu? An wen kann man sich wenden um Hilfe zu erhalten? Diese und viele weitere Fragen stellen sich die Angehörigen.

Die ersten Schritte

Der erste Schritt, der unternommen werden sollte, ist der Kontakt mit der zuständigen Pflegekasse um die Pflegestufe zu beantragen. Die Pflegegrade sind unterteilt in fünf Stufen und bestimmen die Leistungen, die einem zustehen. Die Zahlung des Pflegegeldes beginnt ab dem Tag, an dem der Antrag eingereicht wurde, weswegen dies die erste Anlaufstelle sein sollte.
Als Nächstes sollte man ein Beratungsgespräch vereinbaren. Hierfür kann man entweder den Hausarzt zurate ziehen oder sich an Beratungsstellen von Kirchen oder Wohlfahrtsverbänden helfen lassen. Hilfreich ist es auch, sich von ambulanten Pflegediensten in der eigenen Häuslichkeit beraten zu lassen. Dadurch kann entschieden werden, inwiefern die Pflege realisierbar ist und welche Mittel einem vor Ort zur Verfügung stehen.

Nach der Beratung

Nachdem man beraten wurde, sollte man über die Anschaffung von Hilfsmitteln nachdenken. Pflegebett, Badewannenlifter oder Rollatoren sind in vielen Situationen nicht wegzudenken und sollten deshalb schnellstmöglich besorgt werden.
Sobald man die Einzelheiten geklärt hat, muss fachlich geschultes Pflegepersonal gefunden und angestellt werden. Dies erfolgt oft über einen ambulanten Pflegedienst, der auf die häusliche Versorgung spezialisiert ist. Bei Problemen oder Fragen können sich Angehörige und Patienten immer an das Pflegepersonal des Dienstes wenden.
Man sollte auch darüber nachdenken, ob wirklich eine 24-Stunden Betreuung notwendig ist. In vielen Fällen reicht es, wenn eine Pflegekraft stundenweise vorbeikommt. Je nach Situation können auch Angehörige durch ihre Anwesenheit und tatkräftige Unterstützung entlastend für Patienten sein.
Auch wenn es für viele selbstverständlich ist, sollte man nicht das Essen und Trinken für den Betroffenen vergessen. Sollte ein Patient nicht mehr in der Lage dazu sein, für sich selbst zu kochen, muss anderweitig geholfen werden, indem man sich das Essen liefern lässt oder jemanden findet, der vor Ort kocht.

Was kommt noch hinzu?

Schlussendlich ist es wichtig, einen Hausnotruf zu installieren. Vor allem, wenn Pflegebedürftige alleine leben ist ein Notruf unumgänglich. Diese werden von Notdiensten wie der Malteser oder dem Roten Kreuz angeboten und liegen bei etwa 20 Euro im Monat. Allerdings übernehmen die Pflegekassen oft einen Großteil dieser Kosten.