Adelina – VigeoCares erste Auszubildende

Vor 3 Jahren fasste Adelinas Familie einen schweren Entschluss: Sie verließen ihre Heimat Albanien und zogen in das für sie fremde und 2.000 Kilometer entfernte Deutschland. Sie gaben ihr zuhause auf, für die Hoffnung auf eine bessere Versorgung ihres kranken Vaters und bessere Zukunftschancen für Adelina und ihren jüngeren Bruder. Doch bis heute ist die Familie noch eingeschränkt in ihrem Leben und ihren Karrieremöglichkeiten, denn eine Aufenthaltsgenehmigung der Ausländerbehörde fehlt bis heute. 

„Ohne VigeoCare wäre ich abgeschoben worden“

Adelinas größter Wunsch war es immer ein Studium zu absolvieren. Nicht nur, weil ein Studium in Albanien ein gesellschaftlicher Standard ist, sondern auch weil sie sich immer weiterbilden möchte. In Deutschland allerdings wurden ihr Steine in den Weg gelegt und der Traum blieb bisher verwehrt. Zwar eignete sie sich lernbereit und ehrgeizig schnell Deutschkenntnisse an, aber die Ausländerbehörden setzten sie dennoch vor eine schwere Entscheidung. „Ich habe eine Schule hier in Deutschland besucht und wollte das Fachabitur machen, um später zu studieren. Aber dann wurde ich 18 Jahre alt und somit war ich gezwungen die Schule abzubrechen und einen Job oder eine Ausbildung zu beginnen, um nicht abgeschoben zu werden.“ 
Aber dennoch gibt sie nicht auf, sondern kämpft weiter, auch wenn es schwer ist immer wieder solche Rückschläge zu erhalten. Aber es bleibt weiterhin ihr Traum irgendwann Business Administration studieren zu können. „Es wird sicher kein leichter Weg, aber irgendwann werde ich das Ziel erreichen.“

VigeoCares erste Auszubildende

Doch bis die 19-jährige wirklich ein Studium absolvieren kann, wird es sicher noch einige Zeit dauern. Deswegen entschied sie sich für eine Ausbildung im Gesundheitswesen und entdeckte dabei VigeoCare. So brachte sie uns im Juni ihre Bewerbungsunterlagen persönlich vorbei und hatte direkt eine Woche später ein Vorstellungsgespräch und anschließend ein Probearbeiten. Für beide Seiten war schnell klar, dass die Zusammenarbeit funktionieren und passen konnte, sodass Adelina den Ausbildungsvertrag unterschrieb. Den ersten Ausbildungsvertrag den es bisher bei VigeoCare gab. „Hätte ich den Ausbildungsvertrag von VigeoCare nicht bekommen, wäre ich abgeschoben worden, dass wusste auch VigeoCare, aber sie wollten mir eine Chance geben.“ Und diese Chance nahm sie dankbar an und lernt somit ab dem 1. August den Beruf zur Kauffrau im Gesundheitswesen. 

Keine Aufenthaltsgenehmigung, keine Reisen

Da Albanien als sicheres Land gilt in dem kein Krieg herrscht, hat die Familie bisher keine Aufenthaltsgenehmigung erhalten, was sicher auch kein leichter Weg werden wird. So darf die Familie zwar erst einmal hier in Deutschland wohnen bleiben, wenn sie feste Arbeitsverträge vorweisen können, aber dürfen das Land für kurze Reisen nicht verlassen. Deswegen setzte sich auch VigeoCare für Adelina und ihre Familie ein und schrieb Briefe, vereinbarte persönliche Gespräche und telefonierte mit der Ausländerbehörde. Doch nichts half. Die Aufenthaltsgenehmigung blieb verwehrt, was vor allem bei gemeinsamen Betriebsausflügen und Teambuilding-Events schade ist. So stand letztens eine gemeinsame Wochenendreise mit dem Intensivpflegedienst bipG VOR ORT nach Amsterdam an, bei der Adelina nicht mitreisen durfte. Auch dafür versuchte VigeoCare bei der Ausländerbehörde eine einmalige Erlaubnis zu bekommen, doch auch das war nicht möglich.  Für Adelina sind diese Rückschläge immer auch Gründe sich nicht ganz heimisch fühlen zu können. „An sich gefällt mir Deutschland wirklich gut, aber Albanien bleibt meine Heimat in der ich auch einfach freier und uneingeschränkter war.“ Zurückkehren kommt für die Familie dennoch nicht in Frage. 

Die eigene Gesundheit wertschätzen

„Ich bin sehr glücklich und zufrieden, dass ich bei VigeoCare arbeite. Das Arbeitsklima ist super und es sind alle immer sehr nett und hilfsbereit und nehmen sich Zeit für mich.“ Adelinas Bezeichnung für ihre Kollegen ist daher auch „Harmonie-Menschen“ und das zeigt, wie wohl sie sich tatsächlich fühlt. 
Aber das liegt sicher auch an ihren vielfältigen Aufgaben im Unternehmen, denn sie hat während der Ausbildung die Chance alle Bereiche einmal zu durchlaufen und kennenzulernen. Aktuell ist sie in der Personalabteilung und lernt dabei viel über Mitarbeiteraktionen, Arbeitszeiterfassung und die Bewerbungsvorgänge. Aber auch bei Versorgungen war sie direkt dabei und konnte Klienten und die dortigen Aufgaben kennenlernen, was sie besonders zu schätzen weiß. „Obwohl die Klienten tracheomiert sind, leben sie weitestgehend ein normales Leben und gehen zur Schule. Davor habe ich wirklich Respekt. Da scheinen die eigenen Probleme wie Kopfschmerzen wirklich belanglos.“ Deswegen versucht sie immer mit einem Lächeln in das Unternehmen zu kommen, um auch Kollegen die schlechte Laune oder Probleme vergessen zu lassen. Und bisher gelingt ihr das immer wieder sehr gut.