„Danke, dass ich noch lebe“ – Klientin Irmgard zu Pflegefachkraft Werner

Von draußen nähert sich ein Pfeifen, dann wird schwungvoll die weiße Holztür aufgestoßen und Werner betritt mit einem breiten Lächeln das kleine Wohnzimmer indem Irmgard sich viel aufhält. Sofort beginnen ihre Augen zu leuchten und man sieht, dass die beiden ein eingespieltes Team sind. Ein Team, dass sich vertraut und mit dem beide erkennbar zufrieden sind. Und das ist auch wichtig, schließlich ist Irmgard in ihrem Leben eingeschränkt und ist auf fremde Hilfe angewiesen. Aber genau diese fremde Hilfe, erhält sie liebevoll von Werner.

Nur knapp dem Tod entgangen

Eine harmlose Erkältung veränderte das Leben von Irmgard für immer. Es folgte eine schwere Lungenentzündung, die sich nicht verbesserte, sondern sich immer wiederholte. Bei einer nachfolgenden Untersuchung, ein ernster Blick ihres Arztes und dann die schockierende Diagnose: COPD im 4. Stadium. Durch schwerwiegende Verwachsungen im Hals ist zudem ihre Luftröhre so instabil, dass sie nicht mehr selbstständig atmen kann und ein Tracheostoma benötigt. Für viele sicher nicht nachvollziehbar wie es sich anfühlen muss, tief Luft zu holen, aber nicht genügend Luft zu bekommen. Für Irmgard leider schwerer Alltag.

Vor knapp zwei Jahren sollte sie nun von der Beatmung schrittweise entwöhnt werden, doch dabei ist sie nur knapp dem Tod entgangen. Seitdem haben die Ärzte immer wieder Versuchungen und Operationen unternommen, bis Irmgard die Kraft entwickelte und weitere Versuche ablehnte. „Ich wollte nicht länger mein Leben riskieren, sondern ich wollte leben. Und genau dafür bin ich nun Werner immer wieder dankbar.“

Und Werner ergänzt dazu: „Es war der schönste Satz in meinem Berufsleben als Irmgard mit Tränen in den Augen zu mir sagte „Danke, dass ich noch lebe.“ Da bekomme ich heute noch Gänsehaut.“

Individuelle Pflege nach den Wünschen der Patienten

Bei einer Operation lernte Irmgard dann Werner kennen, der ihr das Konzept der 1:1-Intensivpflege vorstellte und ihr versprach alles weitere zu organisieren, um sie zu Hause zu pflegen. Denn das war ihr Wunsch: wieder in ihre Wohnung zu ihren beiden Kindern zurück zu kehren, in die Straße, in der sie bereits als kleines Kind aufgewachsen ist und die ihre Heimat darstellt. So wird sie nun von einem Team rund um die Uhr, also 24/7 betreut und versorgt. 

Einer der Pfleger ist dabei Werner, der Irmgard immer mit seiner guten Laune ansteckt. „Ich habe erst über 25 Jahre lang in einem Klinikum gearbeitet, aber wollte endlich wieder mehr Zeit haben für meine Klienten. Deswegen habe ich mich für die 1:1-Versorgung bei VigeoCare entschieden.“ Seine Aufgaben sind dabei ganz individuell und richten sich nach den Wünschen der Klienten. Da Irmgard selbst noch sehr aktiv und selbstständig ist, kümmert er sich bei ihr vor allem um die Tablettengabe, das Absaugen oder das Ausfüllen der Anträge. Aber es gibt natürlich auch Klienten, die seine Hilfe deutlich mehr im Alltag benötigen und eingeschränkter sind. Dann übernimmt er noch die Essenszubereitung, das Waschen und Anziehen, sowie die pflegerischen Grundbehandlungen.

„Ich bin wirklich wunschlos glücklich mit dem Team“

Bei den beiden sieht man direkt was für ein eingespieltes Team sie sind. Um Irmgard von dem unangenehmen Gefühl beim absaugen abzulenken, macht Werner einige Späße und lacht dabei selbst. So vergisst Irmgard schnell alles um sich und auch über ihre Lippen huscht ein zaghaftes Lächeln. Und genau deswegen fühlt sie sich auch wohl: „Ich fühle mich immer aufgehoben und das ist mir am wichtigsten. Denn das Personal ist sehr menschlich und vor allem zuverlässig. Ich bin wirklich wunschlos glücklich.“ 

Aber einen Wunsch hat sie insgeheim noch, weswegen ihr Sohn und ihre Tochter ihr dieses Jahr auch ein besonderes Geschenk machten: einen verschmusten, noch etwas stürmischen Samojede-Hundewelpen. Denn sie möchte endlich ihre Angstzustände überwinden und draußen spazieren gehen. Lange war sie deswegen in der Wohnung gefangen, aber durch den neuen Hund soll sich das nun ändern. „Ich hoffe, dass ich nun bald die Kraft habe mit dem Hund und natürlich mit einem Pfleger spazieren zu gehen und dabei meine Nachbarschaft wieder entdecken kann.“ Denn eigentlich wohnt Irmgard in einer besonders schönen und ruhigen Gegend mit kleinen Parks und einem großen Garten und ist dennoch nicht weit von der Innenstadt entfernt. „Ich möchte wieder alles mitbekommen, vom Schützenfest über andere Veranstaltungen hier.“ 

Und dabei wird ihr sicher auch Werner durch seine fröhliche Art helfen können.